Mit eins der wichtigsten Punkte ist mit Leuten in Kontakt zu kommen, was Integration angeht. Kontakt mit „ticos“(= wie die Einwohner Costa Rica sich nennen und genannt werden) sorgt für Austausch, Geborgenheit, Zugehörigkeit und vielleicht auch für Sicherheit. Man hat eben auch enge soziale Verbundenheit mit dem Land.

Wie die Mehrheit der Freiwilligen meiner Organisation bin ich mit meinen Mitbewohnern, obwohl viele gerne in eine Gastfamilie gekommen wären, zusammen in eine WG gezogen. Damit sind wir auch überaus zufrieden, trotzdem haben wir alle Bock Leute kennenzulernen. Anlaufstellen sind schonmal das Projekt, in dem morgens in unserem Englisch- und Deutschkurs und Nachmittag wegen anderen Kursen Gleichaltrige rumgurken. Dann können freizeitliche Orte wie das Fitnessstudio oder der Skatepark ein fantastischer Treffpunkt für Kennenlernen sein.
Beim Wiedersehen einiger Personen im Alltag ging es oft nicht über eine Begrüßung, einem Smalltalk und einer Verabschiedung hinaus. Unser Eindruck ist bis jetzt gewesen, dass viele Leute etwas brauchen, sich zu lockern und denn Kontakt suchen. Zudem ist von uns aus eine gewisse Offenheit und Selbstbewusstsein wichtig. Dass wir in der eher tourismusarmen Stadt Santa Cruz leben, ist schonmal eine gute Vorraussetzung, um primär Einheimische kennezulernen. Davon abgesehen, dass der gleichnamige Kanton Santa Cruz, vor allem an der Küste nur so von Tourismus glüht. Ein Beispiel ist Tamarindo, das Touridorf hoch Ami. Tamarindo ist mit dem Bus der Fahrtzeit nach, der nächste Strand und ist in der Tat zum Baden, Surfen, Liegen, im Sonnenuntergang und mit Doppel-Regenbogen Volleyballspielen ideal. Auch um sich die mal fett Burritos reinzuschieben oder in einer outdoorbar-Bar gegen den scheinbar besten Schachspieler der Region zu spielen.
Der Skatepark in unserem Projekt, den ich mit meinem Rollbrett nach der Arbeit bei Gelegenheit besuche und das auch gerne mindestens zwei mal die Woche hinkriegen möchte, ist nachmittags auch voll und hätte potenzial für regelmäßige Treffen. Im Fitnessstudio sind wir zufällig auf einen studierenden Costa Ricaner getroffen, der vor einigen Jahren ein FSJ in Deutschland gemacht hat und was zu erzählen hat. Man hat den leichten Eindruck, dass Santa Cruz trotz der relativ vielen Einwohner etwas belebter oder einladender für Jugendliche und junge Erwachsene sein könnte.
Bars gibt es, das bekommen wir durch unsere romantisch nahe Lage zu einer ziemlich Großen, intensivst zu spüren. Ab 12 Uhr Mittags gibts die volle Drönung spanischen Pop, Reggaeton und mexikanische Schlager-Romanzen. Abwechslung gibts nicht, was es aber gibt ist ein Stadion, das rechts neben unser Kabinen liegt. Ein Indoorplatz mit kleinem Kunstrasenfeld, aus dem andere Songs laufen um die Musik aus der Bar zu mischen. Fußball nebenan ist auch eine Möglichkeit sich in der Hitze auszupowern. Unsere Nachbarschaft und wir liegen aber etwas weiter weg. Wir sind durch eine „Schnellstraße“, die bis über die Berge und durch einen Nationalpark läuft, mit dem Zentrum Santa Cruz verbunden. Und an dieser Straße sind jeweils auf beiden Seiten parallel kleine Häuschen, sowie unsere „cabinas“ gebaut. Vielleicht ist auch unsere vom Dorf leichte Abgeschottenheit eine nicht so integrative und einladende Lage.




Unser Home-Town Santa Cruz ist anscheinend eine ca. 22 000 Einwohner große Stadt, die die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons in der Provinz Guanacaste ist. In jeder kleinen Straße stehen die kleinen costa ricanischen Häuschen Reihe, immer mit Gitter für die Sicherheit, hinter denen bellend Hunde wachen.

Der Park „Bernabela Ramos Sequeira“, benannt nach der Ehefrau des Gründers der ursprünglich „Las Delicias“ benannten Stadt, ist mit dem Turm der ehemaligen Kirche von 1890 und der Neubaukirche der zentrale Platz. Es gibt jede menge kleine Supermärkte, sonstige Läden und so viele frittierte Hähnchen-Läden wie in Köln Kioske.
Ich verbringe gerade die letzten Tage meines Urlaubs bei meinen Großeltern in der Hauptstadt, nachdem ich mit Freiwilligen jeweils eine Woche bei Playas del Coco und an der Karibik war. Darüber berichte ich gerne in einem der nächsten Einträge 🙂
Hier schon mal ein Foto:






Toll, Linus! Ich habe viel Freude beim Lesen Deines Eintrags und freue mich schon auf weitere Berichte von Dir. Bleib am Ball, viel Mut und Halligalli, herzlichst: Katja aus Kölle Alaaf